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Regionalentwicklung

Langjähriges Schwerpunktthema des Thüringer Heimatbundes ist nachhaltige und eigenständige Regionalentwicklung, die von lokalen Akteuren getragen wird. In diesem Kontext wird gerade auch Kultur als Motor derartiger Prozesse angesehen. Der Heimatbund hat dazu sowohl auf Thüringer Ebene als auch im Rahmen internationaler Projekte Akzente gesetzt. Zu erwähnen sind Tagungsreihen und Workshops, die aktive Begleitung des LEADER II-Programms in Thüringen oder die Mitarbeit im EU-Projekt „Leben und Überleben im Ländlichen Raum“ (1997-1999).

In jedem Fall gilt es, die jeweils die spezifischen endogenen Potenziale kultureller Traditionen zu erkennen und sie als Antriebskräfte zukunftsfähiger Entwicklung zu erkennen und zu beleben.

Fotowettbewerb "Zuhause.Heimat.Thüringen" des TMBLV gestartet

Thüringen hat sich in den vergangenen 25 Jahren stark gewandelt. Städte und Ortschaften erstrahlen in neuem Glanz. Bürger, Kommunen und das Land haben hier Großes erreicht. Auch zahlreiche Bürger haben sich stark für diesen Wandel eingesetzt. Diese Erfolge geraten leicht in Vergessenheit. Deshalb ist es Ziel der Mitmachkampagne des TMBLV, allen Thüringern, Vereinen, Verbänden und Kommunen eine Möglichkeit zu geben, die Erfolge in ihren Städten und Dörfern vorzustellen. Wissen Sie noch wie es in Ihrer Stadt oder Dorf früher aussah und heute aussieht? Gesucht werden Bilder, die genau dies zeigen. Auf der Internetseite www.zuhause-heimat.de können auf einfache Weise Vorher-Nachher-Bilder und Texte auf einer Thüringenkarte verortet werden können. Wir rufen unsere Mitglieder und Interessierte auf sich zu beteiligen und zu zeigen, wie sich ihre Orte in den letzten 20 Jahren verändert haben. Nehmen Sie teil an diesem Fotowettbewerb, laden Sie hier Ihre Bilder hoch und gewinnen Sie attraktive Preise (gestiftet von der Zeitungsgruppe Thüringen).

 

Thüringen verwandelt. 25 Jahre Entwicklung von ländlichen Räumen, Dörfern und Kulturlandschaften

Bei der Bilanz der Veränderungen seit der Wende stehen meist die Städte im Vordergrund. Hier ist unbestritten Großes geleistet worden; Erfurt, Meiningen, Bad Langensalza und viele andere erstrahlen in nie gekanntem Glanz. Thüringen ist jedoch vor allem ländlich, durch eine Vielzahl kleiner und kleinster Dörfer sowie eine sehr vielfältige Kulturlandschaft geprägt. Auch hier hat sich seit 1989/90 vieles sehr tiefgreifend verändert.

Mit dem Instrument der Dorferneuerung und durch das Engagement der Bürgerinnen und Bürger sind unsere Dörfer wieder in einem umfassenden Sinne „ansehnlich“ geworden. Straßen und Plätze wurden saniert, unzählige Privathäuser renoviert, Infrastrukturen komplett ausgebaut. Viele Kulturdenkmale, allen voran die Dorfkirchen, wurden saniert, manche vor dem Verfall gerettet. Heute gehören gerade die kleinen Orte zu den Aushängeschildern des Freistaates, deren Einzigartigkeit auswärtige Besucher immer wieder fasziniert.

Auch unsere Kulturlandschaft hat sich sichtbar verändert. Mit großem Aufwand wurden Umweltbelastungen wie in der Wismutregion beseitigt, Mülldeponien geschlossen bzw. auf moderne Standards gebracht, eine naturnahe Qualität der Gewässer erreicht. Großflächige Schutzgebiete wie der Nationalpark Hainich und die Thüringer Naturparks verbinden erfolgreich Naturschutz und Tourismus. Blaue Kornblumen, roter Mohn und viel frisches Grün prägen vielerorts (wieder) unser Landschaftsbild.

25 Jahre Entwicklung des ländlichen Raumes sind ohne Frage in erster Linie eine Erfolgsgeschichte. Aber es gab und gibt auch Verluste, die schmerzen: Durch die Umbrüche in Wirtschaft und Landwirtschaft sind viele wohnortnahe Arbeitsplätze weggefallen. Dorfbewohner sind heute in der Regel Auspendler, manche, vor allem jüngere, gingen für immer. Einrichtungen der sozialen Infrastruktur wie Post, Konsum oder Schulen wurden zentralisiert und sind aus den Ortsbildern verschwunden. Ohne Auto ist ein Leben auf dem Lande schwierig.

Ein Blick zurück wirft deshalb zugleich auch Fragen nach einer guten zukünftigen Gestaltung unserer Dörfer und Landschaften auf, zumal neue Anforderungen auf die ländlichen Räume zukommen: Durch den demografischen Wandel geraten Infrastrukturen und Daseinsvorsorge unter Druck, der energetische Wandel prägt bereits heute großflächig unsere Kulturlandschaft, die finanziellen Spielräume für die Kommunen werden deutlich geringer und stellen „freiwillige“ Leistungen infrage.

Patentlösungen für diese Herausforderungen gibt es nicht. Notwendig ist allerdings, die auf uns zukommenden Entwicklungen rechtzeitig und aktiv anzugehen. Der für Thüringen so prägende ländliche Raum braucht eine stärkere Lobby und muss eine zentrale Stellung in der Landesentwicklung erhalten. Die Ausrichtung der Internationalen Bauausstellung IBA Thüringen ist hierfür eine große Chance. Unter dem Motto „Wandel schafft Kulturlandschaft“ bietet sie einen Rahmen für mutige, innovative, zukunftsorientierte Projekte mit Beispielcharakter über Thüringen hinaus.

Ganz entscheidend wird es sein, die Zivilgesellschaft, die Bürgerinnen und Bürger zu ermutigen und dabei zu unterstützen, Verantwortung für ihr Gemeinwesen zu übernehmen und dabei auch neue Wege zu beschreiten. Das Instrument der LEADER-Aktionsgruppen, aber auch Formen wie Bürgerhaushalte und überhaupt die vielen Vereine, die gerade im ländlichen Raum das soziale und kulturelle Leben gestalten, sind dafür eine gute Grundlage.

Eine aufmerksame Politik mit Verständnis für die speziellen Probleme des ländlichen Raumes, kooperative Verwaltungen und mündige, vor Ort aktive Bürgerinnen und Bürger – wenn uns diese Kombination gelingt, werden wir auch die Herausforderungen der kommenden 25 Jahre erfolgreich meistern (Dr. Burkhardt Kolbmüller, Heimatbund Thüringen e. V., Mai 2014).

 

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