Heimat Thüringen Heft 1/2021 zum Thema "Wasserkultur in Thüringen"

Am 22.03.2021 erschien die Zeitschrift Heimat Thüringen zum Weltwassertag.

 

Wasserkultur in Thüringen

von Pauline Lörzer

 

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Liebe Leserin, lieber Leser,

Wasser kann Segen und auch Fluch sein. Machte uns der Mangel des Regens in den letzten drei Sommern Sorge, beobachteten wir im Februar voll Unbehagen die steigenden Wasserpegel der Flüsse (zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses zum Glück noch ohne Hochwasser). 

Doch fest steht: ohne Wasser gibt es kein Leben. Wo Flüsse, Bäche und Seen sind, gab es die ersten Siedlungen der Menschen. Gewässer waren über Jahrtausende Nahrungsquelle, Transportweg und Energielieferant. Gewässer versorgen den Menschen auch heute noch mit Trinkwasser und die Wirtschaft mit Wasser, z. B. zur Warenherstellung. Sie sind Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere und tragen damit zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei. Umso wichtiger sind heutzutage Fragen nach nachhaltiger Wassernutzung, Wasserrechten, sauberem Grundwasser und den Folgen des menschlichen Handelns für das Klima. 

Wir müssen daher den Schutz und die Nutzung der Gewässer so weit wie möglich in Einklang bringen. 1993 hat die UN-Konferenz am 22. März erstmalig den Weltwassertag ausgerufen, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf das Thema Wasser zu lenken. Dem wollen wir uns in diesem Jahr anschließen und die Wasserkultur in Thüringen betrachten. 

Flüsse und Bäche dienten z.B. lange als wichtige Transportwege, vor allem für Holz, welches aus den Thüringer Wäldern bis an die Küsten Deutschlands geflößt wurde. Heute erfreuen Boots- und Paddeltouren auf dem Wasser vor allem die Freizeit- und Sporttourist*innen. 

Viele alte Wasseranlagen sind aber auch heute noch zu finden und werden oftmals durch ehrenamtliches Vereinsengagement gepflegt und belebt. Auch in Punkto Artenschutz findet sich viel bürgerschaftliches Engagement, welches wir im vorliegenden Heft gerne in den Blick nehmen. 

Ebenso gehört die Wasserkraft in Thüringen seit mehr als 1100 Jahren zu den ältesten Energiequellen im Land. Sie trieb Getreide- und Sägemühlen, Senf- und Gewürzmühlen sowie Papier- und Pulvermühlen an. Die erste urkundlich erwähnte Wassermühle in Ammern an der Unstrut ist bereits 893 belegt. Bis in die Blütezeit der Wasserkraftnutzung 1850–1900 entstanden 3200 Wasserkraftanlagen an 375 Flüssen. 

Die erste Stromerzeugung ist 1880 in der Mühle in Mihla an der Werra belegt. Carl Zeiss nutzte für sein Werk die seit 1886 in Jena-Burgau Strom produzierende Mühle. 

Heute erwirtschaften laut Agentur für Erneuerbare Energien 205 Wasserkraftwerke rund 190 Millionen kWh Strom im Freistaat, das entspricht in etwa 3,6 % des Anteils an erneuerbaren Energien. 

An spannenden Themen rund um das Wasser mangelt es also in keiner Form. Es sind sogar deutlich zu viele, um allen einen Platz in der Zeitschrift zu geben. Dennoch können wir mit dem vorliegenden Heft das Thema der Wasserkultur im Freistaat aus unterschiedlichen und spannenden Blickwinkeln betrachten.

Ergänzt werden die Artikel mit kleineren Infoblöcken der Redaktion zu besonderen Wasser-Orten und wissenswerten Alltagstipps rund ums Wasser. 

Im letzten Teil des Heftes blicken wir auf Aktuelles aus der Arbeit des Heimatbundes und unserer Mitglieder und Partner. 

Im kommenden Heft werden wir uns mit dem Thema des aktuellen Denkmaltages »Sein und Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege« beschäftigen. Es folgen die Themenschwerpunkte »Neue Natur« und »Mühlen und Hämmer in Thüringen«. Wer Ideen hat oder einen Artikel beisteuern möchte, kann sich unter redaktion@heimat-thueringen.de mit der Redaktion in Verbindung setzen. Auch unsere Mitgliedsvereine und Einzelmitglieder können sich mit wichtigen Neuigkeiten, Publikationen o. ä. gerne an die Redaktion wenden.

Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen!

 

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