Die Allmenden als gemeinschaftlich bewirtschaftete Teile der Gemeindeflur waren zentrale Elemente der mittelalterlichen Dorfgemeinschaft. Deren Bedeutung ging weit über die kollektive Nutzung von Feldern und Wäldern hinaus – sie war Grundlage der dörflichen Selbstverwaltung in weiten Gebieten Mitteleuropas und darüber hinaus. Die schleichende Einhegung der Allmenden und die Zurückdrängung tradierter bäuerlicher Nutzungsrechte durch die Grundherren waren Auslöser zahlloser Bauernrevolten, die im deutschsprachigen Raum mit den Bauernkriegen 1525/26 ihren Höhepunkt und ihr tragisches Ende erfuhren. Das Resultat waren nicht nur unvorstellbares individuelles Leid, sondern auch der weitgehende Verlust der Allmenden und die Schwächung der dörflichen Selbstverwaltung.
Sicher ist es müßig zu fragen, wie anders Geschichte verlaufen wäre, hätten die Bauern zumindest Teile der Allmenden und ihrer Unabhängigkeit verteidigt. Und doch sollten die Polykrisen der Gegenwart vom Klimakollaps über die Zerstörung der Biosphäre bis hin zu den weltweiten sozialen Verwerfungen Anlass sein, Gemeingüter und Commons wieder verstärkt in den Blick zu nehmen. Welche alternativen Eigentums- und Produktionsformen, speziell im Bereich der Bodennutzung, sind denkbar und notwendig? Welche praktischen Erfahrungen gibt es bereits und was ist erforderlich, um diese zu stützen und zu stärken? Und wie kann man die historischen Erfahrungen dazu fruchtbar machen?
Zur Diskussion dieser Fragen laden wir sehr herzlich nach Bad Frankenhausen ein!
Dr. Burkhardt Kolbmüller (Heimatbund Thüringen), Dr. Miriam Rieger (Landeszentrale für politische Bildung Thüringen), Janek Müller (Frankenhäuser Festspiele) und Dr. Dr. Frank Fehlberg (Evangelische Akademie Thüringen)
Wir begrüßen auf der Tagung u.a.:
Isabel Feichtner
In ihrem Buch Bodenschätze (2025) veranschaulicht die Rechtswissenschaftlerin (Universität Würzburg), welche Möglichkeiten es gibt, Commons und das Gemeinsame zurückzugewinnen.
Florian Hurtig
Obstbauer und Aktivist, Autor von 500 Jahre Bauernkriege. Widerstand gegen Landraub und Ausbeutung von 1525 bis heute.
Manuel Wagner
In der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft aktiv, beschäftigt er sich mit gerechter Boden- & Agrarpolitik vor allem in Ostdeutschland und fragt sich, wie eine solidarische Verbindung von urbanen und ländlichen Räumen gestaltet werden kann.
Christel Köhle-Hezinger & Jana Kämpfe
Christel Köhle-Hezinger war bis 2011 Inhaberin des Lehrstuhl für Volkskunde/Empirische Kulturwissenschaft an der FSU Jena, Jana Kämpfe beschäftigt sich als Volkskundlerin mit Dorfordnungen in der frühen Neuzeit.
Organisatorisches
Tagungsbeitrag & Anmeldung:
- kostenlos für die Mitglieder des Heimatbund Thüringen e.V.
- für Studierende 10 €, für alle anderen 20 €
- anstelle des Tagungsbeitrages können Sie gern eine Probemitgliedschaft beim Heimatbund Thüringen abschließen und von weiteren Vorteilen profitieren.
Die Anmeldung erfolgt über die Geschäftsstelle des Heimatbundes:
Bitte überweisen Sie den Tagungsbeitrag mit Angabe des Teilnehmers an das Konto des Heimatbund Thüringen e. V. bei der Sparkasse Mittelthüringen (IBAN: DE55 8205 1000 0600 0973 07). Eine Zahlung vor Ort wird in Ausnahmefällen möglich sein.
Anreise: Bad Frankenhausen ist leider nicht (mehr) mit der Bahn erreichbar. Der nächste Bahnhof ist Heldrungen, von dort fahren Busse. PKW-Parkplätze gibt es ausreichend in der Innenstadt.
Übernachtung: In Bad Frankenhausen gibt es mehrere Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen. Empfehlungen finden Sie auf der Webseite der Stadt Bad Frankenhausen (
https://bad-frankenhausen.de/kur-tourismus/uebernachtung-gastronomie/).
Kontakt:
Heimatbund Thüringen e. V.
Am Markt 6, 99438 Bad Berka
Tel.: 036458/633677













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